Canal Street 6/1/1922

Osborn Historie

WIE ALLES BEGANN

CCA trolleyIm Jahr 1887 gab der Ingenieur John. J. Osborn seine Anstellung als Superintendent bei der National Carbon Company auf und beschaffte sich Ausrüstung und Bürstenentwürfe von L.C. Abraham aus Cleveland, Ohio. Zu Anfang umfasste die Produktpalette im Wesentlichen Bürsten für Pferde und Hacktische bis hin zu Besen für die Straßenreinigung. Damit war die Osborn Manufacturing Company geboren. Gerade mal drei Jahre später übernahm F. Wayland Brown die Geschäfte. Im Jahr 1892 zeigte sein Freund Franklin G. Smith Interesse an der Firma, und Brown zog einen Verkauf in Betracht. Bei Abschluss des Geschäfts besaßen Wayland und sein Bruder Milton 50 % der Osborn Manufacturing Company. Franklin Smith hielt 48 % – gekauft für 2.100 US$, die er sich von seinem Onkel Henry Sherwin, Gründer der Sherwin-Williams Company, geborgt hatte. Die anderen 2 % waren in Besitz von Henry und einem im Büro tätigen Sekretär.

Franklin G. Smith  Henry Sherwin 

Franklin G. Smith

Henry Sherwin

BÜRSTEN FÜR PFERDE UND SCHLACHTBETRIEBE

Factory workerZum Zeitpunkt der Übernahme durch Brown bestand die Belegschaft aus etwa 10 Angestellten, darunter Bürohilfen, Bürstenmacher und Vertriebsleute. Inzwischen war das Unternehmen in die 18 Huron Road umgezogen, wo es sich ein Gebäude mit einer Wäscherei und einem Süßwaren- und Nudelhersteller teilte. Die größte und erfolgreichste Produktreihe von Osborn war eine Palette an Pferdebürsten aus feinstem Stahldraht. Die Mitarbeiter bestückten diese Bürsten allesamt von Hand, mit gewickeltem Draht, der mit einer kurvenscheibengesteuerten Maschine – der einzigen Maschine im Unternehmen – auf Länge geschnitten wurde. Die Frauen bogen diese Drähte zu haarnadelähnlichen Formen und drückten sie mit Kraft schleifenförmig in vorgebohrte Löcher in die Holzblöcke. Andere Osborn-Produkte der ersten Stunde waren flache Drahtbürsten für die Gießereibranche, Bürsten für Hacktische, Bürsten für die Straßenreinigung und Kehrbesen aus Runddraht. Im Jahr 1894 benötigten die Brown-Brüder Bargeld und entschieden sich daher, ihre Anteile an Osborn an Franklin Smith zu verkaufen. Nach Abschluss dieses Geschäfts im Jahr 1895 befand sich das Unternehmen zu 97 % in den Händen von Franklin Smith. Und Smith war bis zu seinem Tod im Jahr 1968 aktiv im Unternehmen Osborn tätig – eine Tätigkeit für Osborn über sagenhafte 76 Jahre hinweg.

AUFSTIEG & UMZUG

Cleveland plant

Im Jahr 1902 zog Osborn in die Hamilton Avenue in Cleveland um. Die Straßenfront des Areals reichte über 34 m zu den Schienen der Pennsylvania und New York Central Railroad. Das Hauptgebäude war zwei Stockwerke hoch und beherbergte ein Büro im Erdgeschoss. Zum Anwesen gehörte auch ein eingeschossiger Stahlbau, der als Lagerhalle für die Bürstenkörper, Besatzmaterialien und sonstiges diente. In mehr als 100 Jahren in der Hamilton Avenue hatte sich Osborn auf eine Fläche von mehr als 32.000 m² ausgedehnt. Da sich die Weiterentwicklung der Produktivität und die sich verändernde Kundendemografie immer mehr auf das Geschäft auswirkte, eröffnete die Firma im Juli 2004 eine neue Betriebsstätte in Richmond, Indiana, mit dem Schwerpunkt Bürstenfertigung. Diese neue, moderne und hochproduktive Einrichtung von nahezu 17.000 m² bot eine optimale Versandbasis für den beständig wachsenden Kundenstamm von Osborn in Nordamerika und erreichte gleichzeitig auch eine deutlich höhere Effizienz in den Produktionsabläufen.

WEITERENTWICKLUNG & WACHSTUM

Foundry equipment

Ein guter Anteil des Wachstums von Osborn in diesen Zeiten wurde durch Übernahmen und Erweiterung der Angebotspalette erreicht. Im Jahr 1906 erwarb Osborn die Rice Manufacturing Company in New Durham, New Hampshire. Dieses Unternehmen bestand aus einer Drahtbürstenfabrik, einer Holzbearbeitungsfabrik und einer Emaillieranlage. Das gesamte Bürstengeschäft, mit Ausnahme einiger weniger Produktreihen, wurde nach Cleveland verlagert. Das neue Werk in Durham war bis zum Jahr 1916 in Betrieb. Kurz nach der Jahrhundertwende war ein geschäftstüchtiger Vertriebsmitarbeiter für Bürsten bei Osborn beschäftigt, der eine große Anzahl von Kunden aus der Gießereibranche bediente. Diesem Mitarbeiter fiel die beschwerliche Arbeit bei der Herstellung von Gießformen aus Sand auf. Daraufhin erfand er die erste erfolgreiche Maschine für die Herstellung von Gießformen. Infolge dessen richtete Osborn im Jahr 1908 den Geschäftsbereich „Maschinenbau“ ein. In den folgenden Jahren produzierte dieser Geschäftsbereich Anlagen für Sandgießformen und das Kernblasen, Systeme für das Lagern, Konditionieren und Beliefern von Sand, Pneumatiksysteme für das Befördern von Schüttgut und Deckenlaufkräne.


Die Innovationen von Osborn, mit der Einführung von automatischen Gießform- und Kernblasmaschinen, waren in der Branche führend. Osborn wurde zum weltweit größten Hersteller von Gießereiausrüstungen, und die vom Unternehmen hergestellten Maschinen fanden ihren Weg in viele Teile der Welt, so auch nach Russland und China. Die Gießereianlagen von Osborn wurden unter Lizenz auch nach Südamerika, England und Japan verkauft. In den späten 1920ern gründete Osborn in der Nähe von Paris/Frankreich die Societe Anonyme des Machines – Osborn (SAMO), eine hundertprozentige Tochter für Fertigung und Vertrieb der Standardpalette an Gießereiausrüstung für Europa. In den frühen 1960ern führte Osborn über SAMO und J.W. Jackman in Manchester seine automatischen Anlagen für Gießformen und Kernblasen auf den europäischen Märkten ein. SAMO wurde schließlich zu einem der führenden Hersteller von qualitativ hochwertigen Gießereiausrüstungen in Europa.


Im Jahr 1984 stellte Osborn die Fertigung von Schleifscheiben ein und veräußerte den Geschäftsbereich „Schleifscheiben“ an die Ramron Inc., den bis zum Jahr 1986 bestehenden Geschäftsbereich „Maschinenbau“ von Osborn, bis zum Verkauf, zusammen mit den exklusiven Rechten an der Marke „Osborn“ für Gießereianlagen, im Rahmen einer Umstrukturierung unter Jason Incorporated an Equipment Merchants International, Inc. (EMI) in Cleveland. Die Rechte für Fertigung und Vertrieb der Produktpalette „Load Runners®“ an Tragrollen (später eingeführt) blieben jedoch beim Unternehmen. Im Juli des Jahres 1911 übernahm Osborn die American Wire Brush Company in New York City und betrieb dieses Unternehmen bis in das Jahr 1919. Im März 1912 übernahm Osborn das Unternehmen „The Colonial Brush & Manufacturing Company“ in Milwaukee, Wisconsin.  Dieses Unternehmen wurde bis Anfang 1916 betrieben. Anschließend wurde die Produktion eingestellt, und das Gebäude wurde zu einem Vertriebsbüro mit Lagerhaus umgebaut. Auf Drängen der Regierung eröffnete Osborn im Jahr 1918 ein Werk in Newark, New Jersey, und ein kleineres Werk in Cleveland, in denen Bürsten für das Reinigen von Gewehren hergestellt wurden. Diese Geschäfte wurden im Jahr 1919 eingestellt, da die Regierung diese Bürsten nicht mehr abverlangte. Im Frühjahr 1920 erfolgte der Kauf eines großen Landstriches der Big Four Railway in Grafton, Ohio. Auf diesem Gelände errichtete Osborn eine moderne Gießerei für die Fertigung eigener Gussteile. Dieser Geschäftsbereich wurde im Jahr 1933 an die W.O. Larson Foundry Company veräußert.

Saturday Evening Post 1925Im Jahr 1926 wurde mit dem Kauf der Vermögenswerte der Do-All Manufacturing Company durch Osborn die Produktpalette um Baumwollmops, Staubwischer und Flüssigputzmittel erweitert. Dieses Unternehmen war bis zum Sommer 1927 als Tochter von Osborn tätig. Osborn betrieb außerdem, bis zum Verkauf an den Manager im Jahr 1926 ein Zulieferunternehmen für Gießereibedarf in Detroit, Michigan. Über viele Jahre gehörten Maler- und Lackierpinsel zur Produktpalette von Osborn. Diese Produkte wurden jedoch von einem anderen Unternehmen hergestellt. Dann ergab sich wie von selbst eine ideale Gelegenheit für die Übernahme der „The Rubico Brush Manufacturers, Inc.“, einem Hersteller von Malerpinseln in New York City. Rubico wurde von 1927 bis 1951 als Tochtergesellschaft betrieben, bis zur Übernahme der Vermögenswerte durch Osborn. Anschließend wurde das Unternehmen als Geschäftsbereich „Rubico Brush Manufacturers“ der „Osborn Manufacturing Company“ betrieben. Im August 1970 wurde Rubico aufgelöst. Im Oktober kam mit der Übernahme der Vermögenswerte und der immateriellen Vermögensposten der Johns Conveyor Corporation von Newark, New Jersey eine weitere, neue Produktpalette hinzu. Die Übernahme umfasste auch die Exklusivrechte für die Fertigung eines bestimmten Typs von Förderbandanlagen, die in den USA patentiert wurden. Im ersten Jahr widmete sich Johns Conveyor der Konstruktion und der Entwicklung und dem Aufbau von Vertriebsagenturen in 12 größeren Städten der USA. Ende 1938 wurde Johns Conveyor nach Cleveland verlagert. Im Zweiten Weltkrieg führte die Verknappung bei Gummischläuchen – einem wesentlichen Bestandteil der Förderbandanlagen – zu einem Ruhen des Betriebs bis zum Ende des Krieges. Anschließend wurde die Produktion wieder aufgenommen, und bis zu Anfang der sechziger Jahre von Osborn fortgesetzt.

EIN NEUER PRODUKTZWEIG ENTWICKELT SICH

Load Runner® ad

Zurück auf dem Gebiet der Gießereiausrüstungen, kamen bei Osborn in den automatischen Systemen für die Gießformherstellung nadelgelagerte Nockenstößel zum Einsatz, mit denen schwere Formkästen von einem Bearbeitungsschritt zum nächsten transportiert wurden. Diese Stößel konnten die Radiallasten bewältigen, wiesen jedoch bei Axialkräften ein unbefriedigendes Betriebsverhalten auf. Außerdem ließ die  Dichtleistung zu wünschen übrig: Verunreinigungen traten ein, Schmiermittel liefen heraus. Dies führte zu einem frühzeitigen Versagen und zu teuren Ausfallzeiten der Anlagen. Die technische Innovation von Osborn ging in den frühen sechziger Jahren in Betrieb und stellte eine vollkommen neue Palette an Schwerlasttragrollen Load Runners® dar. Diese Rollen verfügten über Kugel- und Kegelrollenlager, spezielle Dichtungen und die benötigte Menge an Schmiermittel in entsprechender Qualität. Das Ergebnis: Die unter dem Namen Load Runners® vertriebenen Tragrollen hielten länger als alle vergleichbaren Produkte in der Gießereibranche, und daraus ergaben sich weitere Anwendungsfelder in Petroindustrie, Luft- und Raumfahrt, Schiffsbau und Fahrzeugbau.

WELTWEITE EXPANSION

Die Osborn Manufacturing Company verschwendete keine Zeit, um sich international aufzustellen. Schon im Jahr 1890, unter der Führung von F. Wayland Brown, betrieb Osborn eine Bürstenfabrik in Brüssel, Belgien. Die bereits erwähnte, in Paris gegründete Societe Anonyme des Machine – Osborn (SAMO) blieb bis zum 1. Januar 1986 ein Tochterunternehmen von Osborn. Der Erfolg von SAMO veranlasste Osborn im Jahr 1969 mit der Übernahme der deutschen Bürstenfirma Schmitz & Ludwig GmbH zum Aufbau eines ähnlichen Konstrukts. Zu Anfang trugen sowohl die Hochleistungsbürsten als auch die Reinigungsbürsten den Namen von Schmitz & Ludwig. Da die ersten Ergebnisse enttäuschend ausfielen, gestaltete Osborn im Jahr 1972 sein Auftreten auf dem Bürstenmarkt in Europa neu und ein zu 100% in US-Besitz befindliches Tochterunternehmen wurde gegründet. Dieser neue Ansatz ermöglichte es TOMICO, die Reputation und die Qualität, die schon damals mit dem Namen „Osborn“ verknüpft waren, vorteilhaft zu nutzen.  Im Oktober 1975 wurde Osborn von Giddings & Lewis übernommen, jedoch ohne TOMICO. TOMICO blieb in Besitz von Sherwin-Williams und wurde im Februar 1977 an Dendix Brushes Ltd., einem Bürstenhersteller in Großbritannien, verkauft.

 

Dendix hatte bereits im Jahr 1952 eine Lizenz erhalten, mit der Vereinbarung, Patente, Technologien und Ausrüstungen von Osborn nutzen zu dürfen. Aufgrund einer speziellen Zahlungsvereinbarung in Anteilen erlangte Osborn einen Anteil von 18,7 % an Dendix. Mit der Übernahme von TOMICO durch Dendix im Jahr 1977 wurde der Name in „Osborn International“ (OSBIN) geändert, und der Anteil von Osborn erhöhte sich auf 25 %. Im Anschluss daran entstand in Großbritannien eine Holding mit dem Namen „Brushes International“. Diese Holding leitete die Geschäfte von Dendix, OSBIN und weiteren übernommenen Bürstenherstellern sowie das Bürstengeschäft von SAMO. Die Anteile von Osborn an Brushes International wurde vor der Gründung von Jason Incorporated im Jahr 1986 an Brushes International verkauft. Osborn hielt jedoch weiterhin Lizenzvereinbarungen und Arbeitsbeziehungen mit den Unternehmen von Brushes International.

 

Im Februar 1998 übernahm Jason Incorporated die Brushes International Ltd.-Gruppe und begann, alle Geschäftsbereiche unter dem gemeinsamen Namen „Osborn International“ zusammenzulegen. Im Dezember 1999 expandierte die Gruppe mit der Übernahme von Sinjet Nassjo Borst weiter. Damit kamen ein weiteres Werk in Schweden und eine Tochter, Borstenfabriken Dan A/S in Dänemark, zur Gruppe. Durch diese Übernahmen konnten die Kapazitäten der Osborn-Gruppe bei der Herstellung von Spezialmaschinen für Bürsten und auf dem Gebiet der professionellen Straßenreinigung weiter ausgebaut werden. Im gleichen Jahr kaufte Osborn 40 % der Anteile seines Partners in Rumänien und verdreifachte im Jahr 2003 die Größe der Einrichtung in Rumänien. Der Betrieb in Sao Paulo, Brasilien wurde an einen neueren und größeren Standort verlegt, um mit dem wachsenden internationalen Geschäft des Unternehmens schritthalten zu können. Mit der Übernahme von Maltarp A/S in Dänemark und von Industrial Brushes Ltd. in England im Dezember 2000 expandierte die Gruppe weiter. Diese Geschäfte wurden schon bald mit den bereits in Dänemark und Wales vorhandenen Aktivitäten zusammengelegt. Dann kam im Januar 2003 die Übernahme von Astro Brush SA in Valencia, Spanien, wodurch die Präsenz von Osborn auf dieses Land ausgeweitet wurde.

In 2006 wurde die Firma Lippert-Unipol GmbH mit Sitz in Haan und Epfenbach übernommen. Ähnlich wie das zuvor akquirierte US-Unternehmen JacksonLea (1979) war Lippert-Unipol auf die Herstellung von Emulsionen und Festpasten sowie Polierwerkzeuge spezialisiert. Durch die Integration dieses Know-hows konnte sich die Osborn-Gruppe auch auf europäischer Seite breiter aufstellen. Von 2010 bis 2013 wurde das Osborn-Werk in Rumänien nochmals erweitert. Die ehemalige Fläche der Anlage konnte mehr als verdoppelt werden. In 2012 konnte auch ein weiterer Standort erschlossen werden: Osborn Singapur wurde gegründet. Hinzu kam der Ausbau der Aktivitäten in Indien.

Am 1. Juni 2015 wurde der Schleifmittelhersteller Dronco GmbH im oberfränkischen Wunsiedel in die Osborn Gruppe integriert. Damit offeriert Osborn nun sämtliche Facetten der mechanischen Oberflächenbearbeitung in seinem Portfolio.

EIGENTÜMER

Franklin G. Smith 1942Die ersten 80 Jahre (1887 – 1967) trat Osborn als eine vollständig unabhängige Organisation auf. Ab 1892 führte die Familie Smith – zuerst der Vater, Franklin und dann der Sohn Norman – das Unternehmen. Später, im Jahr 1968, wurde der Weg von Osborn durch eine Vielzahl von Ereignissen verändert. Im Mai verstarb Franklin Smith, und bald darauf entschloss sich sein Sohn Norman, Präsident seit 1951, dafür sich aus dem Geschäft zurückzuziehen. Am 3. September 1968 wurde Osborn durch die Sherwin-Williams Company in Cleveland als hundertprozentige Tochter übernommen. Sherwin-Williams war schon seit vielen Jahren gut mit Osborn vertraut, sowohl über familiäre als auch über geschäftliche Beziehungen. Später verschob sich der Schwerpunkt von Sherwin-Williams aufgrund bedeutender Veränderungen in den langfristigen Wachstumszielen jedoch von der industriellen Produktion hin zum Ausbau der Einzelhandelspräsenz. Dies führte dazu, dass Osborn am 8. Oktober 1975 eine hundertprozentige Tochter und später ein Geschäftsbereich der Giddings & Lewis, Inc. wurde, einem Maschinenbauer mit Hauptsitz in Fond du Lac, Wisconsin. Im Juni 1979 übernahm Osborn seine eigene Tochtergesellschaft, die Jackson Buff Company in Conover, North Carolina. Dieses Unternehmen fertigt Schwabbel- und Polierscheiben und Werkzeuge für die Oberflächenbearbeitung in Metall- und Möbelbau. Im Rahmen der Umstrukturierung von Giddings & Lewis im Jahr 1982 wurde Jackson Buff ein separater Bereich von G & L. Die Ära großer Holdingunternehmen für Mischkonzerne erlebte ihre Blüte, als Giddings & Lewis, und damit auch Osborn Manufacturing, im Juli 1982 von AMCA International übernommen wurden. Schon bald wurden Osborn und Jackson Buff in den Geschäftsbereich Luft- und Raumfahrt von AMCA eingegliedert.

JASON INCORPORATED

Jackson LeaIm Jahr 1985 entschied sich AMCA International dafür, sich von einigen Unternehmen zu trennen. Dazu gehörten auch Osborn Manufacturing, Jackson Buff und Janesville Products, einem Hersteller für Fahrzeugkomponenten in Norwalk, Ohio. Zwei geschäftstüchtige Führungskräfte von AMCA, Vincent Martin, Vizepräsident bei AMCA für die Gruppe Industrieprodukte, und Mark Train, Vizepräsident für Finanzen, verließen AMCA und taten sich mit drei Präsidenten für Geschäftsbereiche zusammen, um ein neues Unternehmen zu gründen, dass diese drei Unternehmen übernehmen sollte. Die Gründer nannten ihr neues Unternehmen „Jason Incorporated“. Das Unternehmen nahm am 8. November 1985 offiziell seinen Geschäftsbetrieb auf. Am 1. Januar 1986 erwarb Jason das Betriebsvermögen von Osborn, Jackson Buff und Janesville Products rechtswirksam. Am 16. Juni 1987 begann der öffentliche Handel mit Anteilen von Jason an der Börse NASDAQ. Im Mai 2000 wurde Jason erneut privatisiert. Daran beteiligten sich mehr als 40 Führungskräfte durch die Übernahme von Anteilen.

Ende Juni 2014 gab das börsennotierte Unternehmen Quinpario Acquisition Corp. die Akquisition von Jason Incorporated bekannt. Das neu entstandene Unternehmen firmiert unter dem Namen Jason Industries Inc. und wird seit 1. Juli 2014 unter "JASN" an der NASDAQ gehandelt. Unter dem Dach der Jason Industries, Inc. ist neben dem Bereich Finishing (Osborn) eine globale Familie von Unternehmen aus den Bereichen Seating, Komponenten und akustischen Dämmmaterialien beheimatet. 

Das Selbstverständnis von Osborn hat sich durch die Entwicklungen im letzten Jahrzehnt extrem gewandelt. Aus dem traditionellen Bürstenhersteller von einst ist ein Unternehmen geworden, das sich als Innovationsmotor versteht. Dazu wurden umfangreiche Investitionen getätigt. Die Forschungs- und Entwicklungszentren in Richmond (Indiana/USA) und Burgwald (Deutschland) wurden zu internationalen Test- und Kompetenzzentren ausgebaut. Zwei speziell für Osborn entwickelte Industrie-Roboterzellen führen eine Vielzahl an Tests zu Produktperformance und Qualität durch und unterstützen die Ingenieure bei der Entwicklung neuer Produkte.

Neueste Entwicklungen im Portfolio sind u.a. Produkte zur Steigerung der Energie-Effizienz, wie z.B. Abdichtbürsten in Kohlekraftwerken, Schutzbürsten für Eisenbahnweichen, die das Einfrieren im Winter verhindern sowie eine professionelle Reinigungsanlage für dachmontierte homogene Photovoltaikflächen.

WEITERE ENTWICKLUNG

Finish FirstOsborn International ist der weltweit größte Hersteller von Werkzeugen und Anwendungslösungen für die mechanische Oberflächenbearbeitung. Das Unternehmen verfügt in 13 Ländern auf vier Kontinenten über Fertigungsstätten und vertreibt seine Produkte in mehr als 120 Länder. Osborn liefert Tausende verschiedenste Standardbürsten und Spezialbürsten, von einem Bruchteil eines Zentimeters bis zu Längen von bis zu 6,5 Metern. Osborn bietet außerdem eine umfassende Auswahl an qualitativ hochwertigen Trenn- und Schruppscheiben, Reinigungsbürsten, Polierwerkzeugen und Polierpasten sowie Schwerlasttragrollen und Führungsschienen an.  Innovation, Spitzenqualität, ein umfassendes Produktsortiment, ein Netzwerk der besten Lieferanten der Branche und motivierte Mitarbeiter sind die Faktoren, die Osborn zum Marktführer in seiner Branche gemacht haben und dafür sorgen, dass dies auch in Zukunft so sein wird.